Editorial 11/2026
Manche Orte halten die Zeit fest. Nicht weil sich nichts verändert, sondern weil das, was bleibt, stärker ist als das, was vergeht.
Unsere Titelgeschichte führt in die oberen Lauben. Die Metzgerei Siebenförcher trägt seit 1930 denselben Namen und ist dennoch nie stehengeblieben. Meran verändert sich. Die Siebenförchers auch, aber auf ihre Art: behutsam, generationsweise, immer mit einem Ohr an der Tür und einem Blick dafür, was sie sind und woher sie kommen. Gottfried Junior hat seinen Kindern kein Rezept hinterlassen, sondern eine Haltung.
Monika Mader hat mit dem abschließenden Band von Karl... weiterlesen
Titelthema
Fast 100 Jahre in den Lauben – die Geschichte der Familie Siebenförcher
Es gibt Orte in Meran, die sich ins Gedächtnis einer Stadt einschreiben. Die Metzgerei Siebenförcher in den oberen Lauben ist einer davon. Wer heute durch die Tür tritt – vorbei an sorgfältig bestückten Vitrinen, die das Können des Hauses auf den ersten Blick verraten, und hinunter ins Untergeschoss mit vorbildlich restauriertem Steingewölbe, das an vergangene Jahrhunderte erinnert –, betritt kein Geschäft. Er betritt eine Geschichte. Eine, die 1930 begann und seither nicht aufgehört hat. Der Gründer, das Vieh und die Kraxe Damals eröffnete Metzgermeister Gottfried Siebenförcher Senior sein erstes kleines Geschäft unter den unteren Lauben. Er war ein Mann seiner Zeit: Er stieg noch selbst auf die Almen des Vinschgaus und im Passeiertal hinauf, suchte Vieh aus – entlang der sogenannten Via della Carne , der Vinschgerstraße, auf der seit jeher Metzger und Viehhändler ihren Geschäften nachgingen. 1937 zog die Produktion in die Laurinstraße, 1959 übersiedelte das Geschäft in die oberen Lauben – dorthin, wo es bis heute beheimatet ist. Bis in die 60er-Jahre transportierte Gottfried Siebenförcher Senior das Fleisch von Gratsch in das Laubengeschäft – zunächst in der Kraxe auf dem Rad und später mit einem Moto-Guzzi-Dreiradler. Die Stadt kannte ihn. Er kannte die Stadt. Von Anfang an arbeitete die Familie von Gottfried Senior im Geschäft mit, die Kinder Herta, Inge, Gottfried Junior und Max, seine Frau... weiterlesen
Schlangen in Südtirol
Wussten Sie, dass alle Schlangen- und Reptilienarten in Südtirol mehr oder weniger gefährdet sind? Die giftige Hornviper ist sogar vom Aussterben bedroht! Eigentlich sind Schlangen nützliche Tiere, weil sie auch bei der Eindämmung von Ratten- und Mäuseplagen helfen können, aber viele Menschen töten diese Tiere beim Wandern oder Pilzesuchen ohne jeglichen Grund. Die zunehmende Verbauung der Umwelt tut ihr Übriges dazu. Von den acht Arten, die es in Südtirol gibt, sind nur 3 giftig und für den Menschen meist ungefährlich. Die giftigen Schlangen Kreuzotter, Aspisviper und Hornviper beißen zur Verteidigung erst im letzten Moment zu, also wenn man trotz warnendem Zischen weiter auf die Schlange zugeht. Beim...
Von der Leiteralm über das Hochganghaus bis Nassereith
Anfahrt : Von Mitterplars, einem Ortsteil von Algund, nehmen wir den Sessellift nach Vellau und dort den urigen Korblift, der uns in die Nähe der Leiteralm bringt. Wegverlauf : Von der Bergstation des Korbliftes erreichen wir nach wenigen Minuten die Leiteralm (1.522 m, Einkehrmöglichkeit). Hier wenden wir uns nach Westen bzw. links und folgen dem Weg Nr. 24 (Meraner Höhenweg), auf dem wir zuerst etwas steil bergwärts steigen und dann nahezu eben durch Waldhänge und durch mehrere Gräben zum Hochganghaus (1.839 m, Einkehrmöglichkeit; ab Leiteralm 1 ½ Stunden) gelangen. Wir wandern weiterhin auf dem Weg Nr. 24 und gelangen auf sehr aufwendig angelegten Platten nach 20 Minuten zur nicht bewirtschafteten Goidner Alm und die...
Rundwanderung: Taser – Egger – Gsteier
Anfahrt : Nach Schenna und weiter zur Talstation (827 m) der Seilbahn zum Taser; hier großer Parkplatz; mit der Seilbahn zum Taser. Wegverlauf : Vom Gasthof Taser (1.450 m, Einkehrmöglichkeit) wandern wir auf der Forststraße (Nr. 40, „Taser Höhenweg“) nahezu eben bis zum Greitererhof (1.420 m, Einkehrmöglichkeit) und folgen dann dem schönen Waldsteig (Nr. 40) bis zum Berggasthof Egger (1.505 m; ab Taser ca. 30 Minuten). Auf dem Höhenweg wandern wir eben oder leicht ansteigend weiter durch den Wald. Bald führt uns der schmale, aber sehr gut angelegte Weg hinunter zur Höfegruppe und zum Gasthof Gsteier (1.370 m, Einkehrmöglichkeit; ab Egger gut 1½ Stunden). Nun folgen wir der asphaltierten Zufahrtsstraße...
IMU - Fragen und Antworten
In einem Monat muss die erste Rate der IMU für das Jahr 2012 bezahlt werden. Es herrschen aber immer noch viele Unklarheiten über die Anwendung der neuen Steuer. Auch die Politik und die Tagespresse sind wenig behilflich, das Dickicht der Bestimmungen zu entflechten. Im Gegenteil, es werden alle fantasievollen Hypothesen über Befreiungen, Reduzierungen und Erhöhungen der Steuer dermaßen in den Vordergrund gestellt, dass sich bald überhaupt niemand mehr zurechtfindet. Die Gemeinden versprechen zwar die Einzahlungsscheine rechtzeitig zuzustellen, aber sie haften nicht für die Richtigkeit der Berechnungen. Fest steht, dass bei der Berechnung der 1. Rate ausschließlich die staatlichen Bestimmungen angewandt werden dürfen. Was dann...
„Waschen und Bügeln ist mein Metier“
Fast jeder hat schon einmal einen Mantel, eine Bluse oder einen Anzug zur Reinigung gegeben. Dort werden die Textilien nicht wie in der Waschmaschine gewaschen, sondern mit regenerierbaren Lösungsmitteln behandelt. Aber was ist eigentlich eine chemische Reinigung und wie funktioniert sie? Wir haben Horst Orehek um Auskunft gebeten. Seit 1993 führt er kompetent und erfolgreich die Chemische Reinigung in Obermais am Brunnenplatz. Der langjährige Traditionsbetrieb, der vor 50 Jahren von Walter Orehek gegründet wurde, bietet seinen langjährigen- und Neu-Kunden einen perfekten Service rund ums Waschen und Reinigen sowie Schneiderarbeiten. „Unser Handwerk blickt auf eine jahrhundertealte Tradition zurück, denn die erste chemische Reinigung gab...
Jeden Tag eine gute Tat
Wissen Sie, wenn jemand eines meiner Teile erwirbt und ich das Gefühl habe, das passt einfach, das ist wie Arsch und Hose, die Klamotte findet das richtige Zuhause, dann bin ich zufrieden. Ich bin froh, wenn jemand in mein Geschäft kommt, sich ernsthaft und ohne Schleimerei für das, was ich mache, interessiert, sich von einer meiner Kolleginnen oder auch von mir beraten lässt und dann zufrieden mit einem Neuzugang für den Kleiderschrank den Laden verlässt. Mich zurücklässt mit dieser persönlichen Genugtuung, mit dieser Gewissheit, jemandem eine Freude gemacht zu haben, mit dieser Hoffnung, dass diejenige vielleicht sogar wiederkommt und mit dieser Bestätigung, dass alles gut so ist, wie es ist. Dass ich meine Sache gut gemacht...
Giggelberg – Nasereit – Partschinser Wasserfall
Anfahrt : Nach Rabland und bis zur Texelbahn (zwischen Rabland und Partschins), hier großer Parkplatz; mit dem Bus Nr. 213 bis Partschins und mit dem Bus Nr. 265 weiter zur Texelbahn; mit dem Zug oder Bus bis Rabland und vom Bahnhof bzw. von der Bushaltestelle mit dem Bus Nr. 265 bis zur Texelbahn (633 m). Auffahrt mit der Texelbahn Wegverlauf : Von der Bergstation der Texelbahn (1.544 m) gehen wir hinauf zum etwas höher gelegenen Gasthof Giggelberg (1.565 m, Einkehrmöglichkeit). Dann wandern wir auf dem Weg Nr. 24 (= Meraner Höhenweg) längere Zeit leicht ansteigend und dann durch Wald und über offenes Almgelände bergab zur Schutzhütte Nasereit (1.523 m, Einkehrmöglichkeit; ab Giggelberg 50 Minuten). Auf dem breiten Weg Nr. 8 wandern...
Meran – Lazag – Dorf Tirol
Anfahrt : Die Rundwanderung beginnt an der Postbrücke in Meran. Wegverlauf : Wir wandern von der Postbrücke auf dem orografisch linken Ufer der Passer, vorbei am nahen Sissi-Denkmal, auf der Sommerpromenade Richtung Gilf, unterqueren den Steinernen Steg und gelangen in die Gilf. Nun steigen wir kurz vor der Brücke die Treppen des Margarethenweges hinauf und wandern auf dem breiten Rad- und Wanderweg hinein zum Auwald-Biotop und zum großen Fischteich in der Lazag. Dem breiten Weg folgend, erreichen wir eine Brücke, auf der wir auf die orografisch rechte Seite der Passer gelangen. Entlang der Passer wandern wir nun weiter nach Norden. Gleich nach der Brücke über den Finelebach wenden wir uns nach links und folgen der asphaltierten Straße...
Rundwanderung unterm Schlern
Anfahrt: Von Blumau nach Völs und dort im Kreisverkehr rechts ab bis zum Dörfchen Ums (930 m); öffentlicher Parkplatz kurz vor der Kirche. Wegverlauf: Vom Parkplatz in Ums folgen wir der Markierung 3 zuerst kurz auf der Asphaltstraße bis zu einigen Bauernhöfen, dann auf einem weiterhin mit der Nr. 3 gekennzeichneten Waldweg etwas steil die Hänge hinauf bis zum Hofer Alpl (1364 m, Almgasthof; ab Ums gut 1 Stunde). Nun wandern wir auf dem etwas oberhalb der Hütte beginnenden Waldsteig mit dem Hinweis „Völser Weiher“ nahezu eben nordwärts zum breiten Schlernweg Nr. 1 und auf diesem teils leicht, teils stärker absteigend zur Tuffalm (1.270 m, Gastbetrieb; ab Hofer Alpl ca. 45...
Indische Lagerströmie, Affenrutschbaum
Die in den tropischen bis subtropischen Gebieten Asiens und Australiens beheimatete Indische Lagerströmie wird im Mittelmeerraum vielfach als Zierpflanze angepflanzt. Carl von Linné benannte die Pflanze nach seinem schwedischen Freund und Naturforscher Magnus Lagerstroem, der ihm aus seinen Asienreisen Pflanzen mitbrachte, die in Europa unbekannt waren. Eine davon nannte er ihm zu Ehren Lagerstroemia. Die Lagerstroemia, auch Affenrutschbaum und Kreppmyrte genannt, wird in die Familie der Weiderichgewächse (Lythraceae) gestellt. Der sommergrüne, 3-7 m hohe Baum oder mehrtriebige Strauch hat eine olivbraun bis zimtrot getönte, glatte Rinde (an der angeblich auch die Affen abrutschen), die in größeren Schuppen abblättert...
Smirnov und Müller sind Spitzenreiter in Europa
„Mein Name ist Ismail Hoxha, ich komme aus Albanien; 1990 bin ich während der Krise in Jugoslawien zusammen mit 200 Albanern in die Kaserne „Cesare Battisti“ von Welsberg gekommen.“ Der im Gastgewerbe tätige Albaner erzählt nicht ohne Stolz, sein Familienname Hoxha sei der häufigste Nachname in Albanien und Enver Hoxha sei dort bis 1985 Führer der kommunistischen Partei gewesen. Hoxha bedeute bei ihnen einfach „Prediger“. Mit 5.482 Ansässigen machen die Albaner den größten Ausländeranteil in Südtirol aus, dies entnehmen wir dem jüngst veröffentlichten Statistischen Jahrbuch zur Einwanderung. Welche Nachnamen treffen wir in den europäischen Ländern an? Rang eins in Europa...
Ein Sommerloch, das bleibt
Aufmerksame Leser werden sich erinnern. Schon einmal wurde in dieser Rubrik das Thema „Sommerloch“ behandelt. Das Gute an dieser Art von Nachrichtenvakuum ist ja, dass es meist ebenso schnell verschwindet, wie es gekommen ist. Was man vom zweiten großen Loch dieses Sommers wohl nicht behaupten kann, jenem in der Kasse der Maiser Vereinshaus GmbH. Architektonische Gustostückerln wie eine aufgehängte Stiegenhauskonstruktion aus Stahl, Fußbodenkühlung und purpurrote Nasszellen, dazu modernste Bühnentechnik: Nur das Feinste war gut genug bei der Renovierung des Maiser Vereinshauses. Nun sitzt man auf einem Schuldenberg von 360.000 Euro. Die allgemeine Krisenstimmung als Ursache dafür ins Feld zu führen, wäre...






